Jagen und Hegen....


Der erste Präsident der Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss, hat es einmal so gesagt: "Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit". Da kann man nur sagen, dass der gute Mann wirklich Recht hatte!

Selbst der Frosch wird in manchem Land gejagt, wo man anschliessend Froschschenkel isst! Da ich nur sagen: Pfui! Der Mensch jagt und jagte aber auch viele Tiere, die man damit regional durchaus ausrottete! Denken wir an Wale, Büffel in Amerika oder den Wolf in Europa! Aber auch heute langt der Mensch weiterhin gnadenlos in der Natur zu. Man denke nur einmal an das Thema der "Überfischung" in unseren Meeren!

Dabei gab es durchaus Zeiten, in denen die Jagd lebensnotwendig war. Dies ist sehr, sehr lange her! Die Menschen damals lebten von der Jagd und versorgten sich hierüber mit Fleisch, Fellen und ähnlichem. In Europa endete diese Zeitrechnung bereits mit dem Mittelalter. Die Jagd wurde zum Privileg der Reichen und Mächtigen. Die Jagd wurde zum Vergnügen der Reichen! Diese Priviligierung ist eigentlich heute noch zu beobachten. Doch dazu später mehr!

In Amerika wurde im Einklang mit der Natur gejagt! Die Indianer lebten vom Büffel. Sie erbeuteten jedoch nur soviel Tiere, wie sie zum Leben benötigten. Die Wende kam im Jahre 1492, als Kolumbus Amerika entdeckte. Die Europäer schafften es den Bestand an Büffeln sukzessive auszurotten. Mir fällt hierzu ein Gedicht der Indianer ein, welches lautet: "Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann!" Auch da kann man nur sagen: Recht haben sie gehabt, die Indianer!

Auch heute ist die Jagd eine Art von Privileg. An diesem Prinzip hat sich eigentlich seit Jahrhunderten nichts geändert. Manch ein Zeitgenosse versucht dieses Bild jedoch zu kaschieren und damit der Jagd eine legitime Berechtigung zu geben. Hier wird das Stichwort der Regulierung ins Feld geführt. Damit ist gemeint, dass der Jäger den Wildbestand reguliert! Diese Sicht ist, aus zwei Gründen, absolut absurd!

Zum einen reguliert die Natur dem Grunde nach ihre Bestände selber. Dies scheitert in Europa, in Einzelfällen daran, da man gewisse Raubtiere auf grossen Flächen ausgerottet hat. So kommt es zum Beispiel dazu, dass Wildschweinbestände Überhand nehmen. Diese Tiere haben einfach, in unseren Breiten, keine natürlichen Feinde. Der Mensch rottet also Spezies in einer Region aus und beklagt sich dann darüber, dass Beutetiere dieser Spezies in zu hoher Zahl vorkommen. Paradox!

Dabei muss man berücksichtigen, dass ein Jäger keine wirkliche Regulierung der Tierbestände vornehmen kann. Im üblichen Schema der Natur führt das Verhältnis Raubtier versus Beutetier auch stets zu einer natürlichen Selektion. Schwache, alte und kranke Tiere sind jene, die von einem Raubtier als erstes erbeutet werden. Derweil überleben die starken und gesunden Tiere. Diese natürliche Selektion der Natur führt zu einem gesunden und stabilen Entwicklung von Tierbeständen einer Spezies. Man spricht hierbei vom sogenannten "natürlichen Gleichgewicht".

Ein Jäger kann diese Abläufe der Natur nicht ersetzen. Ob ein Tier alt, schwach oder krank ist kann der Jäger nicht absehen, wenn er "munter" Tiere erlegt. Bejagte Spezies weisen häufig eine völlig instabile Population auf! Dies belegen eindeutige Studien. Ein Ergebnis dessen ist, dass in manchem Land der EU gewisse Jagden bereits verboten sind! Man reguliert dort lieber wieder auf natürliche Art. Dazu gehört z.B. die Ansiedlung von Raubvögeln, die Jagd auf Hasen machen! Im Einklang mit der Natur geht es auch ohne Gewehr und Jagdhorn!

Wenn Sie also demnächst eine Treibjagd auf Hasen erblicken, so können Sie die Sinnhaftigkeit oder besser gesagt Sinnlosigkeit dieser Aktion einschätzen. Vielleicht denken Sie dann an die Worte von Theodor Heuss, der in dieser Form der Jagd eine Nebenform der menschlichen Geisteskrankheit sah.

Naturschutzgebiet Masuren
Naturschutz für Frösche