Der Storch


Einer der grössten Fressfeinde des Frosches ist der Storch. Hierbei muss man allerdings einschränken, dass Störche in Deutschland kaum auffindbar sind. Am wahrscheinlichsten ist das Auffinden eines Storches im Norden Deutschlands. Grundsätzlich ist der Storch jedoch, in seinen verschiedenen Gattungen, rund um den Erdball vertreten. Die meisten Storcharten findet man übrigens in den Tropen!

Bei den Störchen unserer Breiten handelt es sich um Zugvögel, die nur die warmen Monate des Jahres in unseren Regionen verbringen. In dieser Zeit brüten sie ihre Jungen aus und im Herbst starten sie dann, gemeinsam mit dem Nachwuchs, zum Flug in wärmere, südliche Gefilde.

Die Begründung der Wanderung von Zugvögeln dürfte in klimatischen Motiven liegen. Mit diesem klimatischen Effekt geht das Nahrungsangebot einher. Störche leben von Getier im und am Wasser, also an Seen, Flüssen, Teichen und Tümpeln. Unter starker Hitze, wie in südlichen Regionen im Sommer üblich, sinkt die Population an Tieren im und am Wasser, da viele Wasserstellen austrocknen oder nur noch wenig Wasser führen. Im Norden Europas nimmt hingegen das Nahrungsangebot zu, da viele Wassertiere nun selbst für Nachwuchs sorgen. Dem Storch bietet sich also im Frühjahr und Sommer ein reich gedeckter Tisch im Norden Europas. Im Herbst und Winter sucht er hingegen den Süden auf, wo er dann genügend Nahrung findet.

Der Speiseplan des Storches ist übrigens sehr umfangreich. In erster Linie ordnet man ihm Fische und Frösche als Beute zu, die natürlich auch auf seinem Speiseplan stehen. Ein Storch erbeutet aber auch durchaus Schlangen, Blindschleichen oder auch Eidechsen. Auch Nagetiere, wie Mäuse, Maulwürfe oder Hamster sind vor dem Storch nicht sicher.

Einen Storch darf man durchaus als sehr grossen Vogel bezeichnen. Es existieren Arten, die eine Grösse von mehr als einem Meter erreichen können. Die Art der Marabus kann durchaus Spannweiten von um die drei Meter erreichen. Damit gehört dieser vogel zu den grössten der gesamten Vogelwelt.

Generell haben Störche sehr lange Beine, mit denen sie durch das Wasser schreiten können. Ihre Schnäbel sind lang und spitz und dienen dazu Beute zu machen. Ist das Opfer lokalisiert schlägt der Storch blitzschnell mit seinem Schnabel zu. Das Beutetier wird mit dem Schnabel festgehalten und anschliessend verschlungen.

Vermutlich denken Kinder bei diesem Tier oftmals an den, aus Erzählungen, bekannten Klapperstorch, welcher den menschlichen Nachwuchs bringt. Übrigens ist diese Mähr vom Klapperstorch nicht ganz ohne Grund entstanden. In Europa ist der Weissstorch beheimatet, der auch als Klapperstorch betitelt ist. Dieses "Klapper" bezieht sich auf die Begruessung zwischen den Störchen, wenn einer am Nest eintrifft. Dann wird mit dem Schnabel geklappert.

Der Klapperstorch wurde im Mittelalter auch als "Adebar" bezeichnet. "Adebar" ergibt sich aus der Kombination von zwei Altdeutschen Begriffen: Auda, was Glück bedeutet und bar, was für bringen steht. In der Übersetzung würde dies also "Glücksbringer" bedeuten. Und ein Kind zu bekommen wurde und wird ja durchaus als Glück bezeichnet. Es liegt also irgendwo nahe, dass der Weissstorch auch ein Klapperstorch ist, der den Nachwuchs bringt.

Unsere Regionen beheimateten im Mittelalter viele Tiere, die wir heute nicht mehr vorfinden. Nach Erfindung und Verbreitung der Schusswaffen wurde dem Wolf, dem Bär oder dem Luchs sehr schnell der Garaus gemacht. Der Mensch fürchtete um sein Nutzvieh und rottete diese Raubtiere gnadenlos aus. Der Mensch sah in diesen Raubtieren eine Konkurrenz bezogen auf die Nutztiere als Nahrungsmittel. Der Storch überlebte diesen Prozess, da er nicht in das Raster des Konkurrenten um Nahrung fiel. Der Storch litt eher durch die Veränderungen, die der Mensch in der Umwelt vornahm. Gemeint sind hierbei die Begradigung von Fluessen, Flurbereinigungen oder das Trockenlegen von Wasserflaechen.

Der Storch steht, schon seit vielen Jahren, unter Naturschutz und wurde bereits als Vogel des Jahres prämiert. Zur Aufrechterhaltung des Ökosystems gehört er, in Regionen mit vielen Wasserflaechen, ins Bild einer gesunden Natur.

Naturschutzgebiet Masuren
Naturschutz für Frösche