Die Schlange - Ein Tier mit schlechtem Image


Die Schlange hat ein absolut mieses Image. Dafür gibt es sicherlich einige Gründe. Zunächst einmal ist sie ein Kriechtier, was beim Menschen schon als solches für Ungemach sorgt. In der Bibel taucht sie auf und verführt Adam dazu einen Apfel vom Baum der Erkenntnis zu verspeisen. Die Schlange wird als heimtückisch und hinterhältig dargestellt. Und irgendwo sind Schlangen natürlich auch Tiere, die man als gefährlich einstufen darf. Das Gift mancher Art ist für den Menschen tödlich und auch eine grosse Würgeschlange kann dem Menschen gefährlich werden. Das schlechte Image der Schlange hat also auch durchaus Gründe.

Auch Frösche und Kröten darf man nicht gerade zu den Freunden der Schlangen zählen. Egal in welchen Breiten: Schlangen sind Fressfeinde des Frosches und der Kröte - soviel steht fest. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass die Schlange eine wichtige Rolle im Ökosystem unserer Welt spielt.

Bei einem grossen Teil der Beutetiere von Schlangen handelt es sich um Nagetiere und hierbei insbesondere um Mäuse und Ratten. Auch Mäuse und Ratten haben ihre Rolle und Funktion im Zusammenspiel der Lebewesen. Gäbe es jedoch weltweit keine Schlangen, so würde die Population dieser Nager absolut Überhand nehmen und dies wäre ein wirkliches Problem. Damit wären Ernte und Lagervorräte des Menschen in echter Gefahr!

Infobild Froschlaich Das schlechte Image der Schlange ist demnach eigentlich unbegründet. Sie nimmt, mit ihren Waffen, ihre Rolle im Ökosystem der Welt wahr - nicht mehr und nicht weniger. Und da die Schlange leben will muss sie Beute machen. Und zu dieser Beute kann durchaus auch ein Frosch oder eine Kröte zählen. Leider ist das so.

Die Natur basiert auf dem Grundsatz des "Fressens oder gefressen werden". Eine teilweise recht brutale Realität, die auch wir Tag für Tag beobachten können. Bei uns fängt die Katze die Maus oder eine Spinne umwickelt eine Fliege in ihrem Netz. In anderen Breiten, z.B. im tropischen Regenwald, fängt die Schlange eine Ratte oder der Panther schlägt einen tropischen Hirsch. Und in der Savanne erlegt der Löwe einen Büffel oder der Gepard eine Gazelle. Tag für Tag spielen sich solche Dramen in der Natur ab!

Und als Raubtier ist auch die Schlange in diesem natürlichen Prozess involviert. Allerdings ist sie, in aller Regel, nicht an der Spitze der Nahrungskette in ihrer jeweiligen Region. Die meisten Schlangen haben selber mehr natürliche Feinde als Gattungen, die zu ihrer Beute gehören. Da droht Gefahr aus der Luft in Form von Raubvögeln. An Land existieren genügend Jäger, die Schlangen durchaus als schmackhaft ansehen. Und auch im Wasser droht der Schlange Ungemach. Man denke nur einmal an grosse Krokodile, die eine Schlange durchaus als Beute ausmachen können.

Auch innerhalb der Schlangen Familie existieren ausgesprochene Schlangenjäger! Die Königs Kobra beispielsweise erbeutet bevorzugt andere Schlangen, die sie mit ihrem mächtigen Gift tötet und verspeist.

Schlangen gibt es von ganz klein (um die 20 Zentimeter) bis ganz gross (bis zu 8 oder 9 Meter). Die Riesen unter den Schlangen (Python und Anakonda) sind dabei gewaltige Würgeschlangen. Diese umschliessen ihr Opfer mit ihrem muskulösen Körper und würgen das Leben aus ihrer Beute. Das Beutetier erstickt und wird anschliessend verschlungen! Eine grosse Anakonda des Regenwaldes in Südamerika kann durchaus einen ausgewachsenen Kaiman, ein Reh oder eine kleine Kuh töten und verspeisen. Auch ein Mensch wäre vor solch einem Tier nicht sicher! Aber auch hier gilt: Ein Mensch ist, in freier Wildbahn, auch vor einem Löwen, einem Tiger, einem Bär oder einem Leopard alles andere als sicher.

Die Schlange sollte man also als das nehmen, was sie im eigentlichen Sinne auch ist. Sie ist integraler Bestandteil der Natur und hat eine wirklich wichtige Aufgabe inne. Und ihr schlechtes Image besteht zu Unrecht. Sie hat ihre Lebensberechtigung genauso wie jedes andere Tier der Natur auch!

Naturschutzgebiet Masuren
Naturschutz für Frösche