Einordnung der Art


Der Frosch ist zunächst einmal ein Raubtier, auch wenn dies manchem als absurd erscheint. Seinen Lebensunterhalt bestreitet der Frosch aber nun einmal damit andere Tier zu fangen und zu verspeisen. Er ist also Teil der natürlichen Nahrungskette der meisten Regionen des Erdballes. Was ist aber nun eine Nahrungskette? Hierzu ein Beispiel:
Eine Fliege übefliegt den Teich -> ein Frosch fängt die Fliege und verspeist sie -> der Frosch sitzt am Ufer des Teiches -> eine Ringelnatter fängt den Frosch und verspeist ihn -> die Ringelnatter kriecht über den Boden -> ein Greifvogel fängt die Ringelnatter und verspeist sie.

An der vorgenannten Nahrungskette nehmen vier Tiere teil. An der Spitze dieser Nahrungskette steht der Greifvogel. Üblicherweise haben Tiere innerhalb der Nahrungskette große Populationen bzw. bringen viele Nachkommen zur Welt. Das Tier an der Spitze der Nahrungskette benötigt derartiges nicht und hat relativ weniger Nachkommen. Ist das Verhältnis ausgeglichen, so spricht man vom natürlichen Gleichgewicht der Populationen. Hätte in unserem Beispiel also die Ringelnatter keine natürlichen Feinde, so würde ihre Population stark zunehmen. Hiermit würde sie wesentlich mehr Nahrung benötigen und damit wäre die Population an Fröschen, beispielsweise, stark gefährdet.

Tiere in der Nahrungskette bringen viel Nachwuchs zur Welt, weil Fressfeinde die Population bedrohen. Von 1.000 Froscheiern erleben durchschnittlich nur drei Tiere das Alter eines erwachsenen Frosches. Von der Ablage des Froschlaiches an sind die Tiere durch zahlreiche Feinde bedroht. Zunächst wird der Froschlaich gefressen (Fische, Wasservögel), später die Kaulquappen gejagt (Fische, Libellenlarven) und auch die jungen Frösche sind von zahlreichen Feinden bedroht (Fische, Vögel, Schlangen, etc.). Zudem sind Frösche im Regelfall Kannibalen und schrecken nicht davon zurück eigenen Artgenossen zu verspeisen.

Manche Froschart hat Abwehrmechanismen entwickelt. So existieren Frösche, die hochgiftig sind. Diese kommen allerdings nicht in unseren Breiten vor. Ein gutes Beispiel ist der Pfeilgiftfrosch in Südamerika. Eine sehr kleine, aber auch hochgiftige Froschart.

Andere Arten bestechen durch ihre Größe. Sehr bekannt dürfte der Ochsenfrosch sein, der ausgestreckt durchaus einen halben Meter "lang" sein kann. Er frisst dem Grunde nach alles, was in ihn selber hinein paßt. Der Ochsenfrosch (Bullfrog) verspeist auch Spinnen, Skorpione, kleine Schlangen oder Vögel. Wer mag sollte sich einmal Videos zum "Bullfrog" auf Youtube anschauen. Der Ochsenfrosch ist jedoch auch kein Bewohner unserer Breiten. In unserer Region würde es ihm an Fressfeinden mangeln.

Ein Frosch ist also aus zwei Gründen zur permanenten Aufmerksamkeit gezwungen. Er muss seinen Lebensunterhalt fangen (vorwiegend Insekten) und gleichzeitig Obacht auf seine Fressfeinde halten. Hierbei droht ihm vom Boden, aus dem Wasser und aus der Luft Gefahr. Rettung verspricht dann nur eine schnelle Flucht. Man muss hierbei bedenken, dass nicht alle Frösche an Gewässer gebunden sind. Man denke hierbei an Gras- oder Laubfrösche.

Der Frosch benötigt aber auch ganz spezifische Lebensräume, die im Regelfall nicht kultiviert sein dürfen. Ein Grasfrosch kann wenig mit einem gepflegten englischen Rasen anfangen und ein Teichfrosch benötigt Gewässer, die ihm Deckung bieten. Und ein Laubfrosch braucht naturgemäss Laub, welches ihm Schutz und Versteck bietet.

Es verwundert also nicht, dass natürliche Bewohner unserer Regionen in mancherlei Gebiet nicht mehr anzutreffen sind. Hier mangelt es einfach an dem notwendigen Lebensraum, den das betreffende Tier benötigt. Versiegelung von Flächen, Monokultur, Düngung von Böden und ähnliche Aspekte rotten den Tierbestand solcher Gattungen aus.

Mut zur Natur ist somit gefragt. Dies bedeutet, dass man durchaus kleine Flächen seines Gartens verwildern lassen kann oder sollte. Manches Wildtier ist hierfür sehr dankbar.

Naturschutzgebiet Masuren
Naturschutz für Frösche